Gebietsvorschlag " Garlstedter Moor und Heidhofer Teiche"
Gebietsvorschlag " Schönebecker Aue"
Gebietsvorschlag " Brundorfer Moor"
Gebietsvorschlag " Hamberger Moor"
Gebietsvorschlag " Bremer Wald und Schrum"
Gebietsvorschlag " Niederungen von Billerbeck und Oldendorfer Bach"
Gebietsvorschlag " Teichfledermausgewässer im Raum Bremerhaven/Bremen"
Betr. Umsetzung der
FFH-Richtlinie der EU in Niedersachsen
Gebietsvorschlag "
Garlstedter Moor und Heidhofer Teiche"; Kennziffer 222
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den vorliegenden Gebietsvorschlag "Garlstedter Moor und Heidhofer Teiche". Die textliche Erläuterung ist sachgerecht, bezüglich der räumlichen Abgrenzung werden aufgrund der örtlichen Gegebenheiten die in der Karte dargestellten Ergänzungen vorschlagen und wie folgt begründet:
Ergänzungs- und Erweiterungsvorschläge für den vorliegenden Meldebogen:
2. Lebensraumtypen
2.2 Übrige Lebensraumtypen gemäß Anh. I FFH:
4030 Europäische trockene Heiden: Großflächige Ginstersandheiden (Genisto anglicae Callunetum) im Gebiet der Garlstedter Heide und des Truppenübungsplatzes.
2310 Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista §: (LRP Osterholz)
2320 Trockene Sandheiden mit Calluna und Empetrum nigrum §: (LRP Osterhol
9190 Alte bodensaure Eichenwälder mit Quercus robur auf Sandebenen: Trockener Eichenmischwald im Erhaltungszustand E; im LSG Garlstedter heide kleinflächig als artenarmer Birken-Eichenmischwald vertreten. Aufgrund seines hohen Totholzaufkommens ist er besonders aus mykologischer Sicht erhaltenswert.
2330 Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis: (LRP Osterholz
2.3 Sonstige Lebensraumtypen mit landesweiter Bedeutung:
Niederrmoor/Sumpf: Besonders im NSG Heidhofer Teiche haben sich Gesellschaften der Röhrichte und Großseggensümpfe ausgebildet. Es kommen u.a. mit Sphagnum cuspidatum durchsetzte Schilf-Bestände (Scirpo-Phragmitetum sphagnetosum) vor. Typische Pflanzengesellschaften sind Kleinseggengesellschaften (Caricetum rostratae, Caricetum lasiocarpae), Littorellion-Gesellschaften und Calamagrostis canescentis-Gesellschaften (Peucedano-Calamagrostietum canescentis).
Sandtrockenrasen. Kleinflächige Vorkommen im LSG Garlstedter Heide auf offenen Sandflächen oder in Bereichen, wo durch Störungen lückige Strukturen bzw. Offenstellen entstanden sind. Hauptsächlich kommen die Charakterarten Früher Nelkenhafer (Aira praecox) und Kleines Filzkraut (Filago minima) vor.
3. Tier- und Pflanzenarten
3.1 Tier- und Pflanzenarten gem. Anhang II FFH
Große Moosjungfer (Leucorhinia pectoralis)
- Großes Mausohr (Myotis myotis; Erstnachweis LK OHZ Juli 2004!)
Es existiert kein Nachweis der Teichfledermaus aus dem Gebiet; die Nutzung des Bereiches als Jagdgebiet wird auch eher als unwahrscheinlich eingeschätzt.
Übrige herausragende Zielarten:
Daten u. a. aus BIOS (1998-2003) und INST. ÖKOL. (1996)Gefäßpflanzen:
Arnika (Arnica montana)
- Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum)
- Sumpfbärlapp (Lycopodiella inundata)
- Torfmoos-Knabenkraut (Dactylorhiza sphagnicola; aktueller Nachweis eines großen Vorkommens)
Torfmoose:
- Sphagnum auriculatum
- Sphagnum cuspidatum
- Sphagnum fallax
- Sphagnum fimbriatum
- Sphagnum palustre
- Sphagnum rubellum
- Sphagnum magellanicum
- Sphagnum pulchrum
- Sphagnum tenellum
- Sphagnum compactum
- Sphagnum papillosum
- Sphagnum squarrosum
Amphibien:
- Kreuzkröte (Bufo calamita)
- Moorfrosch (Rana arvalis)
Im vorgeschlagenen Gebiet existiert das einzige autochtone Vorkommen aller sechs in Niedersachsen verbreiteten Reptilienarten im Landkreis Osterholz (s. NSG-Bericht 2003).
Weitere Fledermausarten:
- Wasserfledermaus (Myotis daubentoni)
- Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
- Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
- Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
- Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)
- Braunes Langohr (Plecotus auritus)
- Bartfledermaus (Myotis mystacinus/brandti)
Heuschrecken:
Gebietsgröße: 636 ha
LITERATUR:
BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ (1998-2003): Betreuung der Naturschutzgebiete im Landkreis Osterholz. Endberichte. Auftraggeber: Bezirksregierung Lüneburg. Osterholz-Scharmbeck.
INSTITUT FÜR ÖKOLOGIE UND EVOLUTIONSBIOLOGIE (1996): Auswirkungen der militärischen Nutzung auf die Heidelandschaft im Gebiet des Truppenübungsplatzes Garlstedt. Unveröffentl. Projektbericht an der Univ. Bremen.
LANDKREIS OSTERHOLZ (2001): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Osterholz. Osterholz-Scharmbeck.
Betr. Umsetzung
der FFH-Richtlinie der EU in Niedersachsen
Gebietsvorschlag " Schönebecker Aue"; Kennziffer 224
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den vorliegenden Gebietsvorschlag "Schönebecker Aue". Die textliche Erläuterung ist sachgerecht, bezüglich der räumlichen Abgrenzung werden aufgrund der örtlichen Gegebenheiten zwei wesentliche Ergänzungsvorschläge vorschlagen:
1. Die Ausweitung des Gebietsschutzes von der Quelle bis zur Mündung:2. Einbeziehung der Erlen-Eschen- und Eichen-Hainbuchenwälder auf den höher gelegenen Standorten und in den Seitentälern der Schönebecker Aue:
- Östlicher Zulauf der Schönebecker Aue: Das naturnahe Quellarm verläuft in einem reichstrukturierten, schmalen Talraum mit standortgerechten Laubwaldgesellschaften, quelligen Bereichen und extensiv genutztem, feuchten Grünland. Die schmale Niederung besitzt eine wichtige Bedeutung für Arten und Lebensgemeinschaften (Landschaftsrahmenplan Osterholz) und bereits den Schutzstatus eines geschützten Landschaftsbestandteils. Zudem erfüllt sie die fachlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes (Landschaftsrahmenplan Osterholz). Nach der Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen durch das Niedersächsische Landesamtes für Ökologie (NLÖ) ist das Gebiet als schutzwürdiger Bereich dargestellt.
- Schönebecker Aue südlich der A 27: Trotz Begradigung und Ausbau ist die Schönebecker Aue im Unterlauf südlich der A 27 als "wichtiger Bereich für Arten und Lebensgemeinschaften dargestellt. Neben dem Gewässer mit seinen uferbegleitenden Röhrichtstrukturen sind in erster Linie die auf den Quellhängen stockenden Erlen -Eschen-Quellwälder (LRT 91E0) und ausgedehnete Eichen-Hainbuchenwälder (LRT 9160) für den FFH-Schutz wesentliche Bereiche (s. u.).
Das Schutzgebiet sollte auf Bremer Gebiet weitergeführt werden, um einen Anschluss an das übergeordnete Gewässersystem zu gewährleisten.
Erlen-Eschenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder im Bereich des Stoteler Waldes: Die krautreichen Wälder liegen innerhalb eines Laubwald-Grünland-Komplexes, der großflächig die fachlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes erfüllt (Landschaftsrahmenplan Osterholz). Hier stocken besonders feuchte bis nasse Ausprägungen dieser Waldtypen mit zahlreichen gefährdeten bzw. bedrohten Arten (bspw. Nachweis der Berg-Waldhyazinthe (Plathanthera chlorantha) mit ca 10 Exemplaren (BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ 1989, aktuell im Frühling 2004 Nachweis von 13 Exemplaren (Exemplaren (BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ: eigene Daten) und des Großen Zweiblatts (Listera ovata) mit jeweils ca 10 Exemplaren (BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ 1989). Nach der Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen durch das Niedersächsische Landesamtes für Ökologie (NLÖ) ist das Gebiet als schutzwürdiger Bereich dargestellt.
Mischwald entlang der kleinen Aue bei Brandberg: Überwiegend als Eichen-Hainbuchenwald ausgebildeter Mischwald mit wichtiger Bedeutung für Arten und Lebensgemeinschaften (LRP Osterholz). Die Erweitzerungsfläche ist nach der Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen durch das Niedersächsische Landesamtes für Ökologie (NLÖ) als schutzwürdiger Bereich dargestellt und liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes Bremer Schweiz..
Feuchter Laubwald südlich Wollah: Naturnaher, überwiegend feuchter Laubwald mit artenreicher Eichen-Hainbuchen- und Erlen-Eschen-Quellwald-Vegetation auf kalkhaltigem Boden. Die Erweiterungsfläche besitzt wichtige Bedeutung für Arten- und Lebensgemeinschaften, erfüllt die fachlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Naturschutzgebietes (LRP Osterholz) und ist nach der Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen durch das NLÖ als schutzwürdiger Bereich dargestellt.
Feuchte Laubwälder südlich der A 27: Südlich der A 27 stocken auf etwas höher gelegenen Standorten der Bachaue und ihrer Nebenbäche ausgedehnte artenreiche Laubwälder z. T. auf kalkhaltigem Boden. Zum überwiegenden Teil sind sie als Eichen-Hainbuchenwälder ausgebildet, kleinere Anteile nehmen Erlen-Eschenwälder oder bodensaure Buchenwälder ein.
Besonders feuchte bis nasse Ausprägungen des Eichen-Hainbuchenwaldes mit zahlreichen gefährdeten Arten sind der "Lamckensbusch sowie der südwestliche und nordöstliche Bereich des "Blumenhorstes". Große Schlüsselblume, Bach-Nelkenwurz, Wechselblättriges und Gegenblättriges Milzkraut, Wald-Schachtelhalm, Moschuskraut, Wald-Sanikel, Waldmeister, Wald-Bingelkraut u. a. typische Arten bilden in großen Individuenzahlen wesentliche Anteile der Krautschicht,. Einbeere, Großes Zweiblatt und Berg-Waldhyazinthe wurden mit über 100, 20-30 und 50-100 Individuen im Lambckenbusch nachgewiesen (BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ 1989).
Im Komplex mit dem gut ausgeprägten, artenreichen Eichen-Hainbuchenwald bei Holthorst wurde die Schmale Windelschnecke (Vertigo angustior, Anhang II FFH) nachgewiesen (LENNFERT 1970).
Die Artenzusammensetzung und das wahrscheinlich sehr hohe Alter insbesondere der Waldstandorte Lamckenbusch und Blumenhorst sind (vorwiegend vegetationskundlich) überregional wertvoll und in hohem Maße schutzwürdig (BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ 1989):
Alle Erweiterungsbereiche südlich der A 27 besitzen eine wichtige Bedeutung für Arten und Lebensgemeinschaften (LRP Osterholz) und sind nach der Erfassung der für den Naturschutz wertvollen Bereiche in Niedersachsen durch NLÖ als schutzwürdiger Bereiche dargestellt.
Ergänzungs- und Erweiterungsvorschläge für den vorliegenden Meldebogen:
1. LebensraumtypenÜbrige Lebensraumtypen gemäß Anh. I FFH:
3. Tier- und Pflanzenarten:
3.2 Übrige Tier- und Pflanzenarten gemäß Anh. II FFH:
Aus dem Gebiet sind keine Nachweise der
Teichfledermaus bekannt, ihr Vorkommen wird auch als eher unwahrscheinlich
eingeschätzt.
Der Komplex aus feuchten Laubwäldern und angrenzender Aue ist aber potentieller
Lebensraum für die Bechsteinfledermaus (Myotis dascycneme).
6. Gebietsgröße:
589 ha (incl. bremischem Gebiet)
LITERATUR:
BIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ (1989): Schutzkonzeption Schönebecker Aue. Landschaftsökologische Analyse mit Empfehlungen für Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen. Biologische Station Osterholz. Osterholz.
LANDKREIS OSTERHOLZ (2001): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Osterholz. Osterholz-Scharmbeck.
LENFERT (1970): Vergleichende Übersicht über Gastropodenfunde im Gebiet von Bremen und Umgebung aus den Jahren um 1880 und von 1962/1967. – Abh. Naturw. Verein Bremen 37 (3/2), 259-286. Bremen.
Betr. Umsetzung der
FFH-Richtlinie der EU in Niedersachsen
Gebietsvorschlag " Brundorfer Moor"; Kennziffer 221
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den
vorliegenden Gebietsvorschlag "Brundorfer Moor".
Da es sich bei den für den FFH-Schutz vorgeschlagenen Kleinstmooren um ein
Gebiet von nur geringer Flächengröße nahebei dem vorgeschlagenen FFH-Gebiet
222 "Garlstedter Moore" handelt, sollte die Zusammenfassung der
separaten Kernbereiche über einen entwicklungsfähigen Verbindungskorridor
geprüft werden.
Betr. Umsetzung der
FFH-Richtlinie der EU in Niedersachsen
Gebietsvorschlag " Hamberger Moor"; Kennziffer 223
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den
vorliegenden Gebietsvorschlag "Hamberger Moor".
Durch die FFH-Ausweisung "Hamberger Moor" ergibt sich ein
zusammenhängend geschütztes NATURA 2000-Gebiet aus verschiedenen Hoch-
und Niedermoorkomplexen beidseitig der Beek.
Die angeschlossenen Verbände regen an, den NATURA 2000-Gebietsschutz in diesem Bereich durch Erweiterung des FFH-Gebietes 33 "Untere Wümmeniederung, Untere Hammeniederung mit Teufelsmoor" auf das Günnemoor auszuweiten.
Erweiterungsvorschlag Günnemoor::
1. Gesamteinschätzung des Gebietes
1.1 Kurzbeschreibung: Biotopkomplex aus Wiedervernässungsflächen, verschiedenen Regenerationsstadien, Moorheide u. Extensivgrünland, randlich einige alte Torfstiche mit Gewässern.
2. Lebensraumtypen
2.1 Prioritäre Lebensraumtypen gem. Anh. I FFH:
2.2 Übrige Lebensraumtypen gemäß Anh. I FFH:
3. Tier- und Pflanzenarten:
3.2 Übrige Tier- und Pflanzenarten gem. Anh. II FFH:
Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis): Nachweis 1993, Überprüfung des Vorkommens erforderlich.
3.3 Weitere herausragende Zielarten des Naturschutzes:
Vögel:
Amphibien:
Reptlien:
Schlingnatter (alter Nachweis, Überprüfung des Vorkommens erforderlich)
4. Abgrenzung
Abgrenzung der Wiedervernässungsflächen einschließlich randlicher Moorheide- und Grünlandflächen. Orientierung der Außengrenze an Abbaurändern, Parzellen- und Waldgrenzen.
5. Aktueller Schutzstatus
Gebietsgröße :
Vorschlag Günnemoor ohne NSG Torfkanal: 344 ha
LITERATUR:
BIOLOGISCHE STATION: Datenarchiv
LANDKREIS OSTERHOLZ (2001): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Osterholz. Osterholz-Scharmbeck
Betr. Umsetzung der FFH-Richtlinie
der EU in Niedersachsen
Gebietsvorschlag " Bremer Wald und Schrum"
Ein bisher unzugängliches und daher vernachlässigtes Gebiet ist das militärische Sperrgebiet des Bremer Waldes. Aufgrund der bisherigen militärischen Nutzung sind die vorhandenen Daten daher sehr lückenhaft, es besteht dringlich weiterer Untersuchungsbedarf.
1. Gesamteinschätzung des Gebietes
1.1 Kurzbeschreibung: Vielfältige Biotopkomplexe in den Quelltälern der Billerbeck und des Giehler Baches mit naturnahen Wäldern, extensiv genutztem Grünland und einem Kleinstmoor. Das Gebiet ist durchsetzt von alten Bombentrichtern mit z. T. temporären Gewässern. Nachweis eines großen Vorkommens des Kammmolches (geschätzt mehrere hundert Individuen).
2. Lebensraumtypen
2.1 Prioritäre Lebensraumtypen gem. Anh. I FFH:
2.2 Übrige Lebensraumtypen gemäß Anhang I
3. Tier- und Pflanzenarten
3.1 Prioritäre Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II
keine Vorkommen bekannt
3.2 Übrige Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II
3.4 Weitere herausragende Zielarten des Naturschutzes
4. Hinweise zur Abgrenzung:
Verbindung zum vorgeschlagenen FFH-Gebiet 195 " Niederungen von Billerbeck und Oldendorfer Bach" nördlich von Wohlthofen
5. Aktueller Schutzstatus
6. Gebietsgröße: 634 ha
LITERATUR:
DatenarchivBIOLOGISCHE STATION OSTERHOLZ:
LANDKREIS OSTERHOLZ (2001): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Osterholz. Osterholz-Scharmbeck.
SEITZ & DAMMANN (1992): Die Vögel Bremens und der angrenzenden Flußniederungen. BUND Bremen
Betr. Umsetzung der FFH-Richtlinie
der EU in Niedersachsen
Gebietsvorschlag " Wörpe"; Kennziffer 225
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den vorliegenden Gebietsvorschlag "Wörpe", halten jedoch für eine sachgerechte Ausweisung eine Erweiterung der räumlichen Abgrenzung sowie mehrere inhaltliche Ergänzungen erforderlich:
Die Einbeziehung der direkt angeschlossenen
Nebengewässer- und Grabensysteme: Insbesondere in Gewässern mit stark
veränderter Gewässersohle wird die bestandserhaltende Funktion für viele
gewässertypische Tier- und Pflanzenarten nicht von den einzelnen
Gewässerläufen, sondern nur durch den gesamten Bestand der direkt
angeschlossenen Nebengewässer- und Grabensysteme gewährleistet. SCHOLLE et
al. (2003) haben dies z. B. für den ebenfalls in der Wörpe
nachgewiesenen Steinbeißer und den Schlammpeitzger nachgewiesen.
Im Einzugsgebiet der Wörpe besitzen vor allem die Nebengewässer im
Oberlauf aufgrund ihrer teilweise naturnahen Struktur und ihrer
Verbindungsfunktion zu Quellbereichen der Wörpeaue ein wertvolles
ökologisches Potential. Der Gewässerentwicklungsplan Wörpe benennt als
diesbezüglich bedeutsame Nebengewässer den Vieh- und Heidornsbach, den
Wellbach, den Westertimker Bach, den Ostermoorgraben, den Mittelgraben, den
Dubbengraben und den Bülstedter Mühlenbach.
Anschluss der "Alten Wörpeniederung
Ergänzungs- und Erweiterungsvorschläge für den vorliegenden Meldebogen:
1. Gesamteinschätzung des Gebietes.... In den renaturierten Abschnitten mit Röhrichtbeständen, Hochstaudenfluren, Weidengebüschen und aufkommenden Erlen-Auenwäldern. Im Oberlauf z. T. extensiv genutztes Feucht- und Nassgrünland und fragmentarisch ausgebildeten Auen- und Moorwäldern. Die Wörpe wird von Wasserfledermäusen, vermutlich auch von anderen in den Wäldern lebenden Fledermausarten, als Flugstraße genutzt und ist potentieller Fischotterlebensraum.
Übrige Lebensraumtypen gemäß Anh. I FFH:
Sonstige Lebensraumtypen von landesweiter Bedeutung:
3. Hinweise zur Abgrenzung(Kataster der besonders geschützten Biotope des Landkreis Osterholz)
Die Abgrenzung umfasst das gesamte Fließgewässer mit den dazugehörigen
Auebereichen mit Ausnahme der Ortschaften. Randlich stockende, naturnahe
Laubwaldbestände werden miteinbezogen.
Die Ausweisung nur eines Gewässerabschnittes, die sich allein auf das
nachgewiesene Vorkommen einer einzelnen Art begründet, ist nicht hinreichend.
Im Landkreis Rotenburg ist das vorgeschlagene Gebiet
Landschaftsschutzgebiet; 3 Teilbereiche erfüllen die fachlichen Voraussetzung
zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes (LRP Rotenburg 2002).
Die renaturierten Bereiche im Landkreis Osterholz sind nach § 28a NNatG
geschützt.
Der Unterlauf der Wörpe zwischen Grasberg und Lilienthal sowie die alte
Wörpeniederung erfüllen die fachlichen Voraussetzungen für die Ausweisung
eines Landschaftsschutzgebietes (LRP Osterholz 2003)
LITERATUR:
STAWA VERDEN 1997: Gewässerentwicklungsplan Wörpe
SCHOLLE, J., SCHUCHARDT, B. & BRANDT, T. (2003): Schlammpeitzger und Steinbeisser im Grabensystem des Bremer Feuchtgrünlandringes: Verbreitung und Ökologie zweier Arten. – Naturschutz und Landschaftsplanung 35 (12), 364-372. Bonn.
LANDKREIS OSTERHOLZ (2001): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Osterholz. Osterholz-Scharmbeck
LANDKREIS ROTENBURG (2002): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Rotenburg (Wümme). Rotenburg (Wümme)
Betr. Umsetzung der
FFH-Richtlinie der EU in Niedersachsen
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den vorliegenden Gebietsvorschlag "Niederungen von Billerbeck und Oldendorfer Bach". Die textliche Erläuterung ist sachgerecht, bezüglich der räumlichen Abgrenzung werden aufgrund der örtlichen Gegebenheiten folgende Ergänzungen vorschlagen:
Stedener Holz:
Fläche nördlich Axstedt zwischen Billerbeck und Bahntrasse:
Oldendorfer Bachniederung nördlich Finkenhorst:
Erweiterung im Norden:
Ergänzungs- und Erweiterungsvorschläge für den vorliegenden Meldebogen:
2. Lebensraumtypen
2.2 Übrige Lebensraumtypen gemäß Anhang I
2.3 Sonstige Lebensraumtypen von landesweiter Bedeutung
3. Tier- und Pflanzenarten
3.1 Prioritäre Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II
Keine Vorkommen bekannt.
3.2 Übrige Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II
Säuger: Fischotter (Lutra lutra), aktueller Nachweis aus dem Gewässersystem der oberen Lune
Es existiert kein Nachweis der Teichfledermaus aus dem Gebiet. Ihr Vorkommen wird als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Ein Vorkommen der Bechsteinfledermaus und des Großen Mausohres ist aufgrund der geeigneten Habitatbedingungen hingegen denkbar.
Amphibien:
Kammolch (Triturus cristatus)3.3 Weitere gefährdete und Rote-Liste-Arten im Gebiet
(Daten u. a. aus INST. ANG. BIOL. 1987)
Vögel:
Reptilien:
Tagfalter:
3.4 Weitere herausragende Zielarten des Naturschutzes
Vögel:
5. Aktueller Schutzstatus
6. Gebietsgröße: 1006 ha:
LITERATUR:
INSTITUT FÜR ANGEWANDTE BIOLOGIE (1987): Ökologische Untersuchungen in der Hellingster Heide. Erstellt im Auftrag des LK Osterholz. Freiburg.
LANDKREIS OSTERHOLZ (2001): Landschaftsrahmenplan für den Landkreis Osterholz. Osterholz-Scharmbeck.
Betr. Umsetzung der
FFH-Richtlinie der EU in Niedersachsen
Die angeschlossenen Umwelt- und Naturschutzverbände begrüßen den
Gebietsvorschlag "Teichfledermausgewässer im Raum
Bremerhaven/Bremen". Auf die Notwendigkeit einer entsprechenden
Berücksichtigung der Vorkommen in Aschwarden hat bereits MAYER (1999)
hingewiesen.
Die Stellungnahme zur FFH-Gebeietsausweisung bezieht sich ausschließlich auf
die Teichfledermaus auf der östlichen Weserseite, überwiegend im Landkreis
Osterholz.
Da die Quartiere häufiger gewechselt werden (in Aschwarden z. B. in 2004), ist auch aus der Sicht der Naturschutzverbände eine Beschränkung auf die Jagdlebensräume und Flugstraßengewässer der Art ausreichend. Allerdings sollten nicht einfach (fast) alle Gewässer in einem Radius von 15 km als FFH-Gebiet ausgewiesen werden; so gibt es in den meisten östlichen, zur Geest gelegenen Gewässer keine Nachweise. Genutzt werden eher die großen zur Marsch hin gelegenen Gewässser.
Vor diesem Hintergrund sollte der FFH-Gebietsschutz auf folgende Gewässer ausgedehnt werden:
entsprechender Abschnitt der Weser als ein Hauptjagdlebensraum, auf der mehrfach Teichfledermäuse (stromabwärts bis zur Strohauser Plate) jagend beobachtet wurden (SCHIKORE et al. 2000),.
Grienenbergsee
Mehrere vorgeschlagene Kleingewässer erfüllen die Funktion als Teichgfledermausgewässer jedoch sicher nicht, da sie zu klein oder zu stark zugewachsen sind. Aus dem Gebietsvorschlag herausgenommen werden können daher
Einige zu kleine Wasserstellen auf der Insel Harriersand (LK OHZ) sowie im Vorland bei Wersabe (LK Cux),
Die sehr kleine Pütte sowie zwei zu stark bewachsene Pütten westlich von Neuenkirchen
Der Garlstedter Abzugsgraben bis Meyenburg. Aus diesem Bereich gibt es keine Nachweise; das Gewässer wird als zu schmal und daher für die Jagd der Teichfledermaus als ungeeignet eingeschätzt.
LITERATUR:
MAYER, K. (1999): FFH-Richtlinie und Fledermausschutz.Diplomarbeit an der Universität Hannover. Institut für Landschaftspflege und Naturschutz. Hannover
SCHIKORE, T. et ZIMMERMANN, M. (2000): Von der Flugstraße über den Wochenstubennachweis zum Quartier der Teichfledermaus (Myotis dasycneme) in der Wesermarsch – erster Fortpflanzungsnachweis dieser Art in Niedersachsen. Nyctalus (N. F.) 7 (4), 383-395. Berlin.