Feuchtwiese in einem Regenrückhaltebecken

Feuchtwiesen gehören in unserer Region zu den artenreichsten Biotopen und zeichnen sich durch den Einfluss von Grundwasser und der zeitweisen Überschwemmung und den daran angepassten Pflanzen- und Tierarten aus. Sie sind durch extensive Weidehaltung seit dem Mittelalter entstanden.

Die größte Gefährdung des Artenreichtums geht heute jedoch von der Intensivierung der Grünlandnutzung inkl. starker Düngung, Herbizideinsatz, Umbruch, zu häufige Mahd und vor allem Entwässerung aus. Dadurch verschwinden und sind bereist viele dieser artenreichen Feuchtwiesen verschwunden (NLWKN 2011).
Leider sind nicht alle Standorte geeignet, um eine Feuchtwiese anzulegen. Wichtigste Voraussetzung ist der oberflächennahe Grundwasserstand und die Möglichkeit zur Überflutung. Daher entstand im Vorfeld des Projektes die Idee im Regenrückhaltebecken gegenüber der „Fläche der Artenvielfalt“ eine solche Feuchtwiese gezielt anzulegen und durch entsprechende Mahd im Jahr zu einem artenreichen Biotop zu entwickeln.

Für die Umsetzung der Idee fand die BioS in Herrn Lüße (Vertreter der Stadt) und Herrn Burfeind (Geschäftsführer Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor/ GLV) zwei äußerst positive Befürworter, die sich selbst in ihrem Arbeitsbereich für mehr Biodiversität innerhalb und außerhalb von Osterholz-Scharmbeck einsetzen.
Die Anlage an dieser Stelle musste jedoch mehrere Voraussetzungen erfüllen. Zum einen gehört das Grundstück der Stadt, weshalb die Stadt zustimmen musste und zum anderen fällt der direkte Bereich des Scharmbecker Baches in das Hoheitsgebiet des GLV. Voraussetzung für beide war zudem, dass der Hochwasserschutz gesichert sein muss, da der Scharmbecker Bach eine große Bedeutung für die Entwässerung des innerstädtischen Bereiches besitzt.
Da am Volumen des gesamten Staubeckens aber nichts verändert wurde, blieb der Hochwasserschutz unberührt. Zusätzlich wurde beim Baggern darauf geachtet, dass ein Schutzsaum von ca. 1 m zum Bachrand eingehalten wurde, da sonst Erdmaterial in den Bachlauf hätte gespült und somit der Abfluss gestört werden können.Auf ca. 100 m² wurde diese Feuchtwiese angelegt.
Dafür entfernte der Bagger ca. 10 cm der oberen Grasnarbe und schaffte so eine offene Fläche, in der eine spezielle Regiosaat von Mitarbeitern der BioS eingesät wurde. Diese Regiosaat enthält ausschließlich heimische Sorten und zwar 30 % Blumen- und 70 % Gräsersamen. Zu den insgesamt enthaltenen 25 verschiedenen Blumenarten zählen z.B. feuchtigkeitsliebende Arten wie Mädesüß, Blutweiderich, Kuckuckslichtnelke, Sumpf-Schafgarbe, Scharfer Hahnenfuß, Sumpfschotenklee und Wiesenschaumkraut.
Von den 11 enthaltenen Gräserarten wird v.a. Horst-Rotschwingel das Bild dominieren, aber auch Arten wie Sumpf-Rispengras oder Wiesen-Fuchsschwanz werden sich zeigen. Die Bedeutung heimischer Gräser wird häufig unterschätzt. Auch hier gibt es einige Insektenarten, die sich auf Gräser spezialisiert haben und sich ausschließlich davon ernähren.Wie allen Wiesenmischungen wohnt auch dieser ein besonderer Zauber bei, denn im Laufe der Jahre verändert sich immer wieder das Bild der Wiese.
Manche der enthaltenen Sorten sind einjährig und müssen sich jedes Jahr selbst neu aussäen und andere Arten blühen sowieso erst ab dem zweiten Jahr. Die Erhöhung der Artenvielfalt in Bezug auf die Pflanzen wird auch eine Erhöhung der Artenvielfalt der Insekten und anderer Kleinstlebewesen nach sich ziehen, die im besten Falle auch eine Erhöhung der Artenvielfalt insgesamt, z.B. der Vögel, Amphibien und Reptilien bewirkt.
Literatur: NLWKN (Hrsg.) (2011): Vollzugshinweise zum Schutz der FFH-Lebensraumtypen sowie weiterer Biotoptypen mit landesweiter Bedeutung in Niedersachsen. – Biotoptypen mit Priorität für Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen – Artenreiches Nass- und Feuchtgrünland (außer Pfeifengras- und Brenndoldenwiesen). – Niedersächsische Strategie zum Arten- und Biotopschutz, Hannover, 15 S., unveröff.

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