In öffentlichen Medien und Diskussionsveranstaltungen wiederholt vorgetragene Behauptungen Fakten
Der Landkreis hat, um Fördergelder von der EU zu bekommen, etwa 6.000 ha als Vogelschutzgebiet oder FFH-Gebiet nach Brüssel gemeldet. Die Meldung der FFH- und EU-Vogelschutzgebiete ist nach nationalem wie auch nach EU-Recht  verpflichtend. Sie erfolgte nicht durch den Landkreis, sondern durch die Bundesrepublik Deutschland.  Der Landkreis hat in Konsequenz dieser Meldung keinerlei Fördermittel erhalten.
In welcher Form die Natura 2000-Gebiete geschützt werden, ist nicht vorgeschrieben. Nach den Schutzanforderungen der EU und Vorgabe des Niedersächsischen Umweltministeriums soll die Sicherung der Gebiete in der Regel durch die Ausweisung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten erfolgen.

In den fünf geplanten Schutzgebieten gelten – den jeweiligen Schutzzielen angepasst ‑ ganz unterschiedliche Regelungen. Die Verordnung für das Landschaftsschutzgebiet Teufelsmoor hat die geringste Regelungstiefe.

Landwirte haben im Einklang mit der Natur gearbeitet und die Landschaft überhaupt erst geschaffen und bewahren sie. Seit Jahrhunderten hat sich so eine im Gleichgewicht stehende Nutz- und Schutzgemeinschaft entwickelt. Richtig ist, dass die landwirtschaftliche Nutzung Voraussetzung für die Entstehung und den Erhalt der durch Grünland geprägten Hammeniederung ist. Allerdings ist die Art und Weise der Nutzung entscheidend, und die hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte erheblich verändert. Heute wird so tief entwässert, so stark gedüngt, so früh gemäht und die gewachsene (blütenreiche) Grasnarbe zwecks Neueinsaat von Hochleistungsgräsern vollständig zerstört, so dass niederungs- und moortypische Tiere und Pflanzen keinen geeigneten Lebensraum mehr finden. Ein wie auch immer wahrgenommes Gleichgewicht zwischen den Naturwerten und Nutzung gibt es nicht ohne Beschränkungen der Nutzung, weil die Entwicklung der Landtechnik im Sinne einer Intensivierung immer weiter fortschreitet.
Die Bewirtschafter arbeiten umweltverträglich und halten alle EU-Standards ein. Die EU-Standards (sog. „Greening“) fußen auf drei Maßnahmen: eine davon ist die Erhaltung von Dauergrünland. Dazu gehören insbesondere Grünlandflächen auf Moorböden und in Überschwemmungsgebieten. Die Standards gelten für alle prämienberechtigten Landnutzer auch außerhalb von jeglichem Schutzgebiet.
Ein (hoffentlich großer) Teil der Bewirtschafter hält diese Standards ein – aber leider nicht alle. Wie sonst ist es zu erklären, dass Grünlandflächen im Überschwemmungsgebiet und auf Moorböden – eben diese typischen „Dauergrünlandflächen“ – immer weiter umgebrochen und in Maisäcker umgewandelt werden? Jeder kann das unmittelbar an der Hamme auf Höhe des Gasthauses Schamaika oder auch in der Hammeniederung auf Höhe von Hüttenbusch/Ostersode beobachten.
Mit der Ausweisung des Landschaftsschutzgebiets den Torfabbau unterbinden zu wollen ist eine Schutzbehauptung Erst vor wenigen Jahren wurde ein Antrag auf Torfabbau „Auf dem Obersten Feld“ unmittelbar nördlich der Teufelsmoorstraße gestellt. Dies macht deutlich, dass leider auch private, kleinere Flächen zum Zweck des Torfabbaus verkauft oder verpachtet werden. Da Torfabbau nach dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz (NagBNatSchG) zu den sogenannten „privilegierten“ Vorhaben zählt, muss jeder Abbauantrag genehmigt werden, der mit dem Naturschutzrecht, dem öffentlichen Baurecht und sonstigem öffentlichen Recht vereinbar ist. Der Genehmigungsbehörde bleibt hier kein Spielraum. Deswegen ist eine Verordnung, die den Bodenabbau in diesem Gebiet ausschließt, zum Erhalt dieser wertvollen Moorlandschaft unverzichtbar.

Da sich ja auch die Teufelsmoorer gegen weiteren Torfabbau aussprechen, kann ein Verbot nur in ihrem Interesse sein.

„Dort, wo Grundeigentümer selten gewordene Pflanzen geschützt oder Tieren freiwillig einen besonderen Rückzugsraum gewährt haben, werden nun „von Amts wegen“ Biotope ausgewiesen und es findet de facto eine Enteignung statt.“ Schutzwürdige Biotope (gemäß § 30 BNatSchG; früher § 28,) sind – anders als Schutzgebiete – automatisch und ohne „Ausweisung“ nach dem Gesetz geschützt und dürfen nicht zerstört werden. Diese Regelung gilt unabhängig von und auch außerhalb des Geltungsbereichs jeder Schutzgebietsverordnung. Es ist die Pflicht des Landkreises, die Eigentümer über diesen Schutzstatus zu informieren.

Die Flächen bleiben natürlich im Eigentum des Eigentümers und dürfen wie bisher bewirtschaftet werden.

Die Weiterentwicklung der vorhandenen Betriebe ist nicht gewollt. Die Erhaltung und Entwicklung der bäuerlichen Betriebe ist sogar Voraussetzung zum Erhalt der Werte der geschützten Gebiete. Allerdings wird eine nachhaltige Form der Bewirtschaftung angestrebt, die tatsächlich „im Einklang mit der Natur“ steht und den zu schützenden Arten auch weiterhin Lebensraum bietet. Dafür werden in großem Umfang Fördermittel bereitgestellt.
Landwirte sollen ihre Hofflächen verkaufen, um dann kilometerweit entfernte Flächen zu erwerben Kein Landwirt muss irgendwelche Flächen verkaufen.

Um den Betroffenen die Möglichkeit zu eröffnen, Flächen aus dem zukünftigen Schutzgebiet heraus zu tauschen, wird derzeit durch einen Arbeitskreis aus gewählten Vertretern aller Interessensgruppen geprüft, ob ein Flurbereinigungsverfahren im Raum Teufelsmoor eingeleitet werden soll. Dieses wird (nur) unter der Voraussetzung eingeleitet, dass dies von den gewählten Vertretern einstimmig befürwortet wird. Flächentausch findet, wenn überhaupt, ausschließlich auf freiwilliger Basis statt.

Menschen werden aus dem Gebiet ausgeschlossen Das Gegenteil ist der Fall! Mit Naturschutzgeldern wurde das Gebiet für die Naherholungssuchenden erst richtig erschlossen. Es wurden 3 Aussichtstürme gebaut, mit Naturschutzmitteln Brücken über Hamme und Beek gebaut, viele neue Wege wie z.B. von Melchers Hütte nach Waakhausen angelegt sowie Verbindungen und Rundwegesysteme geschaffen. Das geschah auf der Grundlage eines Wegekonzeptes, in dem die FFH-Verträglichkeit aller bestehenden und gewünschten Wege geprüft wurde. Das Konzept wurde in Vorbereitung der Schutzgebietsausweisungen vor mehreren Jahren erarbeitet und mit allen Kommunen und Nutzergruppen abgestimmt. Mit dem Bau gewünschter, neuer Wege wurde dort bereits auch die Schließung einzelner Wege für den Tourismus (nicht für die rechtmäßig befugten Nutzer wie Landwirte, Jäger und Fischereiberechtigte) festgelegt. Das Konzept ist nach wie vor uneingeschränkt gültig!.
Die Landwirte wollen selber vom Ertrag ihrer Flächen leben und keine Bittsteller in Brüssel werden.

Die Bewirtschaftungsauflagen führen zu erheblichen Kostensteigerungen.

Die Höfe der Teufelsmoorer werden zerschlagen.

Den jungen Menschen wird jede Zukunftsperspektive genommen.

Jeder Landwirt bekommt heute für jeden Hektar, den er bewirtschaftet, eine pauschale Prämie – und zwar unabhängig davon, was und wie viel er erzeugt. Ohne Agrarprämien kann heute kein Landwirt mehr auskömmlich wirtschaften. Die nassen Moorböden von Hammeniederung und Teufelsmoor sind Grenzertragsstandorte. Die konventionelle Bewirtschaftung dieser Böden ist ohne Subventionen nicht mehr konkurrenzfähig und die Hofstellen sind zum Sterben verurteilt. Die aktuelle Milchpreiskrise zeigt, wie wenig zukunftssicher die Landwirtschaft im europaweiten Wettbewerb ist.

Der Naturschutz bietet innerhalb der Naturschutzgebiete die Chance, über abgestimmte und angepasste Nutzungsauflagen einen Erschwernisausgleich und damit eine zusätzliche solide Sockelfinanzierung für die Betriebe bereitzustellen.
Die Nutzungseinschränkungen in den außerhalb der Natura 2000-Kulisse liegenden Landschaftsschutzgebieten gehen zum einen nicht über die allgemein gültigen Regelungen des Naturschutzgesetzes hinaus (z.B. kein Umbruch von Moorgrünland). Zum anderen gilt das Artenschutzrecht auch jetzt schon unabhängig von irgendwelchen Schutzgebietsausweisungen. Wer z.B. wissentlich ein Brachvogelgelege zerstört, verstößt gegen dieses Recht.

In der Diskussion um das Landschaftsschutzgebiet Teufelsmoor wird immer wieder betont, dass die Schutzgebietsausweisung der Natura2000-Gebiete unterstützt wird („Ja zu den Schutzgebieten für Natura2000“). In der Argumentationsführung werden von den Aktivisten aber genau die Regelungen als „Überregulation“, hofschädigend und zukunftstötend“ angeführt, die nur in den Natura2000-Gebieten vorgesehen sind und nicht im Landschaftsschutzgebiet außerhalb von NATURA.

Wissenswert ist in diesem Zusammenhang, dass z. B. das Naturschutzgebiet „Wiesen und Weiden nördlich des Breiten Wassers“, das in dem vorgesehenen Naturschutzgebiet Hammeniederung aufgehen wird, erst auf Initiative der dort wirtschaftenden Landwirte ausgewiesen wurde. Sie hatten erkannt, dass es ein wirtschaftlicher Vorteil sein würde, die nassen Moorböden angepasst und mit entsprechendem Erschwernisausgleich zu bewirtschaften. Seit Jahrzehnten leben sie gut und auskömmlich von und mit den Bewirtschaftungsauflagen und dem daran gebundenen Erschwernisausgleich.

Das Land wird entwertet Der Bodenwert richtet sich nach dem landwirtschaftlichen Ertragspotenzial. Dieses ändert sich durch die Schutzgebietsausweisung nicht. Daher bleibt der Wert des Bodens unverändert.
Die Immobilien erleiden einen Wertverlust durch die „Insellage“ innerhalb der Schutzgebiete ohne jede Entfaltungsmöglichkeit für die kommende Generation Die Ortschaft Teufelsmoor liegt wie viele außerhalb der Ortschaften liegenden Siedlungen im Teufelsmoor im „Außenbereich“. Im Außenbereich dürfen auch ohne Schutzgebietsverordnungen nur solche Bauvorhaben realisiert werden, die einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb dienen. Das bedeutet, dass auch heute keine neuen Baugebiete oder Wohnhäuser außerhalb der landwirtschaftlichen Hofstellen realisiert werden können.

In der Verordnung sind große Flächen um die Hofstellen ausgespart worden, damit hier wie bisher neue Bauten errichtet werden können. Außerdem wurde in der Schutzgebietsverordnung explizit verankert, dass sowohl eine Außenbereichssatzung als auch eine Innenbereichssatzung erlassen werden darf. Mit diesen Instrumenten kann die Kommune weitergehende Bauplanungen in der Ortschaft realisieren.

Die Wohn- und Lebensqualität in der Ortschaft Teufelsmoor wird durch die Ausweisung von Schutzgebieten nicht geringer. Als Standort für „Wohnen im Grünen“ steigt die Attraktivität der Immobilien und Wohngrundstücke aufgrund der unverbaubaren Lage und der Möglichkeit der unmittelbaren Naturerlebnisse vor der Haustüre.

Die Sammelverordnung geht auf den Übereifer der Behörde zurück und bewirkt Überregulation: 4 Seiten sind dem Erhalt und der Förderung der Natur gewidmet, annähernd 30 Seiten den Einschränkungen und Verboten Regelungen wie Gebote und Verbote sind charakteristischer Inhalt jeder Verordnung; durch diese Regelungen sollen Erhalt und Förderung der Natur sichergestellt werden.
Die Regelungen sind so umfangreich, weil aufgrund der Einsprüche von Nutzergruppen viele Ausnahmen und Freistellungen eingearbeitet wurden. Das macht den Text lang. Derartig viele und differenzierte Freistellungen findet man in anderen Schutzgebietsverordnungen nicht!
Beschränkung des Motorbootsverkehrs auf der Hamme ist „behördlicher Blödsinn“. Gleichzeitig fahren Traktoren über die Wiesen und stören die Vogelwelt.

Wassersport ist ein Breitensport – die Jugendarbeit wird durch die Einschränkungen geschwächt

Die Hamme ist der zentrale Bereich, Kern und die Lebensader des gesamten Schutzgebiets. Die Motorboote stören nicht in erster Linie die Wiesenvögel, sondern die Wasservögel, Röhrichtbrüter, den Fischotter, die aquatischen Lebensgemeinschaften und die Schwimmblattvegetation wie See- und Teichrosen.

Die vom Landkreis vorgesehenen Ausnahmegenehmigungen sind naturschutzfachlich ein sehr weitgehendes Entgegenkommen. Wirtschaftliche und private Einzelinteresseren dürfen aber nicht das Gemeinwohl Naturschutz aushebeln.

Motorbootsport setzt ein erhebliches Maß an finanziellen Mitteln voraus ist sicher kein Breitensport … Für die für die „Breite“ der Bevölkerung möglichen Wassersportarten Rudern, Kanufahren, Segeln und die öffentliche Personenschifffahrt wurden weitgehende Erlaubnisse erteilt.