Investitionen und Maßnahmen des Naturschutzes – Leistungen und Erfolge

Ein Zusammenschluss von Naturschutzverbänden protestierte Anfang der 1990er Jahre massiv gegen einen offensichtlich zügellosen Torfabbau – damals noch gegen die Interessen der Dorfgemeinschaft Teufelsmoor. In der Folge dieser Intervention wurden Reglementierungen der Abbautätigkeiten eingeführt und kontrolliert sowie eine sukzessive Wiedervernässung und Renaturierung eingeleitet. Dies hatte zur Folge, dass sich der Kranich als Brutvogel im Teufelsmoor ansiedelte und heute bis in die Niederung ausgebreitet hat. Diese Entwicklung setzte sich fort mit eindrucksvollen Rastansammlungen von bis zu 30.000 Kranichen in dieser Moorlandschaft.

Dem Landkreis Osterholz gelang es im Jahr 1995, dass für den Schutz der Hammeniederung Bundes- und Landesfördermittel in Höhe von über 16 Millionen Euro für Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen bereitgestellt wurden. Zusammen mit Investitionen für wasserwirtschaftliche Maßnahmen konnte ein Kooperationsprojekt von Naturschutz und Wasserwirtschaft umgesetzt werden, das direkt und indirekt über freiwilligen Landankauf und -tausch, Wegebau, Verbesserung der Vorflut und günstige Pacht die Landwirte der Region in einer schwieriger wirtschaftlichen Situation entlastete. Auch für den Naturschutz lassen sich seither Erfolge von Maßnahmen bilanzieren. Die großflächige Vielfalt von artenreichem Nassgrünland und blütenreichen Hochstaudenfluren ist bundesweit herausragend. Die Situation der Wiesenvögel verbesserte sich wieder. Für Bekassine und Wachtelkönig ist die Hammeniederung heute eines der bedeutendsten Brutgebiete in Deutschland. 2015 brüteten in der Hammeniederung wieder 13 Weißstorchpaare, davon 10 erfolgreich mit insgesamt 25 flüggen Jungstörchen. Weitere Arten wie z.B. Seeadler oder Blaukehlchen siedelten sich im Zuge von Naturschutzmaßnahmen an oder kehrten wie Fischotter und Kampfläufer in ihre ehemaligen oder neugeschaffenen Lebensräume in Hammeniederung und Teufelsmoor zurück. Viele ansonsten nur sporadisch oder unregelmäßig brütende, bundesweit stark gefährdete Arten wie Knäkente oder Tüpfelsumpfhuhn gehören wieder zu den alljährlichen Brutvögeln dieser Niederungslandschaft.

Das wiederbelebte Moor sowie der massive Einsatz von Naturschutzmitteln zur Extensivierung einer großflächig naturnahen Wiesen- und Uferlandschaft der Hammeniederung haben das Naturerleben in diesem Raum attraktiver gemacht. Diese Möglichkeit nutzen heute mehr Touristen als je zuvor, nicht zuletzt auch aufgrund einer mit Naturschutzmitteln verbesserten Infrastruktur.