Messstation in der Stadtmitte

Der Bereich des Scharmbecker Baches, der sich durch die Stadtmitte Osterholz-Scharmbecks zieht, war 2012/13 von den Renaturierungsmaßnahmen betroffen, hierbei wurden einzelne Abschnitte in einen naturnäheren Zustand versetzt. Zuvor verlief der Bach an dieser Stelle zu großen Teilen unterirdisch. Die Messungen wurden am Campus Osterholz-Scharmbeck unternommen. An dieser Stelle wurde der Bach aus einer kompletten Verrohrung an die Oberfläche zurückgeführt.

An dieser Stelle lassen sich die Auswirkungen der Renaturierungsmaßnahmen besonders gut erkennen. Der Bach kommt aus dem nördlichen Stadtgebiet und verläuf dort größtenteils in Kanälen mit ufernaher Bebauung und unterirdisch.
Aus den Renaturierungsmaßnahmen folgt die gute Gewässerqualität dieses Abschnittes.

Dies zeigen die chemischen Eigenschaften des Baches. Der pH-Wert und die Konzentrationen der Ammonium- und Nitrit-Ionen liegen durchgehend im guten Bereich, nur die Konzentrationen der Phosphat-Ionen und Nitrat-Ionen liegen im erhöhten Bereich.
Die Bachfauna an diesem Punkt ist etwas schlechter, da im Jahresverlauf Flohkrebs-Populationen gefunden wurden, die nur um die Anzahl von 20 Individuen schwanken und Plattegel sowie Köcherfliegenlarven nur in den Sommermonaten in sehr geringen Zahlen gefunden wurden.
Die Bachflora hingegen ist dank der Renaturierung am Campus Osterholz in einem guten Zustand, der Uferbewuchs ist typisch für einen Bach und besitzt eine große Artenvielfalt,  auch wenn einige Pflanzen wie Giersch auf einen erhöhten Stickstoffgehalt im Boden hinweisen. Auch ist die Bebauung in diesem Bereich sehr nahe am Bach und wirkt sich durch Befestigungen und Wege auf diesen aus.

Die Renaturierungsmaßnahmen haben hier eindeutig Veränderungen herbeigeführt, die sich aber nicht sehr stark in den chemischen Eigenschaften oder der Fauna widerspiegeln. Vergleicht man die Durchschnittswerte aus der Zeit vor und nach der Renaturierung, so zeigt sich, dass der pH-Wert gesunken ist, die Konzentrationen der Nitrit-, Ammonium- und Phosphat-Ionen sind leicht gestiegen, die Konzentration der Nitrat-Ionen hat sich nicht verändert. Dies bedeutet keine relevante Veränderung der Gewässergüte des Baches.
Bei der Bachfauna blieb die Anzahl der Köcherfliegenlarven konstant niedrig, die Anzahl der Flohkrebse hat sich sogar geringfügig verringert. Die Population der Plattegel ist deutlich zurückgegangen, was auf eine Verbesserung der Gewässerqualität hindeutet.
Die Strukturgüte des Baches wurde hingegen deutlich verbessert, von einem verrohrten Abschnitt hin zu einem relativ natürlichen Bachverlauf.