Messstation im südlichen Stadtteil

Dieser Abschnitt des Baches war nicht Teil der Renaturierungsmaßnahmen und soll in naher Zukunft auch nicht renaturiert werden.

Diese Stelle des Baches liegt in einem Wohngebiet Osterholz-Scharmbecks südlich des Stadtzentrums. Sie besitzt eine mittelmäßig gute Qualität. Diese Stelle ist von chemischer Seite betrachtet in einem noch guten ökologischen Zustand, lediglich die Konzentrationen der Phosphat- und Nitrat-Ionen liegen mehrmals im erhöhten Bereich.
Auch die Bachfauna ist hier im guten bis mittelmäßigen Zustand. Der einzige Zeigerorganismus, welcher über das ganze Jahr hinweg anzutreffen ist, ist der Flohkrebs. Im Frühjahr findet man vereinzelt Plattegel und im Spätsommer steigt die Population der Köcherfliegen an.
Die Flora an dieser Stelle ist hingegen nur in einem verhältnismäßig schlechten Zustand. Der Uferrandstreifen ist nur etwa 0,5 bis 1 Meter breit und nur spärlich bewachsen, Bäume sind nur wenige vorhanden. Die anzutreffenden Pflanzen, z.B. Gundermann,  lassen zudem auf einen hohen Stickstoffgehalt schließen,  die Artenvielfalt ist in diesem Bereich sehr gering. Auch liegen in diesem Bachabschnitt durch die Bebauung viele menschliche Einflüsse vor, die sich negativ auf die Bachfauna auswirken.

Die schlechte Strukturgüte ist der Hauptgrund für die schlechte Gesamtbewertung dieses Abschnitts, der ansonsten gute Werte bei den chemischen Faktoren und der Bachfauna besitzt.

Auch wenn dieser Abschnitt nicht direkt von den Renaturierungsmaßnahmen betroffen war, lassen sich Unterschiede zu Messergebnissen aus der Zeit vor der Renaturierung feststellen, da Bereiche flussaufwärts renaturiert wurden. So ist etwa der pH-Wert durchschnittlich etwas gestiegen, die Konzentrationen von Nitrit-Ionen, der Ammonium-Ionen und der Phosphat-Ionen stieg ebenfalls leicht, was eine Verschlechterung des Zustandes bedeutet, dennoch bewegen sich die Werte innerhalb des Toleranzbereiches.
Ähnlich sind die Ergebnisse bei der Bachfauna, die nach den Renaturierungsmaßnahmen schlechter ausfielen als zuvor. Die Population der Flohkrebse nahm um über 60% ab, Plattegel und Köcherfliegenlarven sind nur noch selten anzutreffen.