Kooperative Betreuung der Schutzgebiete im Landkreis Osterholz und Cuxhaven

BioS arbeitet als „Ökologische Station“

Schon seit ihrer Gründung 1987 kümmert sich der Biologische Station Osterholz e.V. (BioS) um die Naturschutzgebiete im Landkreis Osterholz. Die BioS hatte der ehemaligen Bezirksregierung Lüneburg als obere Naturschutzbehörde die Zusammenarbeit angeboten und zunächst einen ehrenamtlichen Betreuungsauftrag für drei Naturschutzgebiete bekommen. Im Oktober 1995 wurde zwischen der damaligen Bezirksregierung und der BioS eine „öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ zur „Unterstützung des Landes bei seiner Aufgabenwahrnehmung in den Naturschutzgebieten des Landkreises Osterholz“ geschlossen. Die Vereinbarung wurde zweimal fortgeschrieben und lief bis Ende 2009. Insgesamt betrug die insoweit betreute Schutzgebietsfläche 1.867 ha.

Unter der schwarz-gelben Landesregierung wurde die Förderung auf die Hälfte gekürzt und die Aufgabe auf Artenschutzmaßnahmen eingeengt. Öffentlichkeitsarbeit, Gebietsbeobachtung und Monitoring wurden nicht mehr gefördert: „Ihr sollt nicht soviel gucken, sondern machen!“ (leitender Naturschützer im MU 2009).

Im November 2015 ist es gelungen über die Fraktionen von SPD und Bündnis90/die Grünen Haushaltsmittel bereitzustellen, um für ca. 10 Stationen eine Landesförderung zu bekommen. Dahinter steht der politische Wille, den Verbandsnaturschutz zu fördern und eine Kooperation mit dem behördlichen Naturschutz zu institutionalisieren. Dem Umweltministerium war es wichtig, dass die geförderten Einrichtungen „Ökologische Station“ heißen, weil sich darin besser ausdrückt, dass es im Naturschutz nicht nur um die Lebewelt, sondern auch um Boden, Wasser und Luft/Klima geht. Die Aufgabe wird darin bestehen, die Naturschutzbehörde bei der Pflege- und Entwicklung der Gebiete zu unterstützen.

Seit 2018 wurde die Betreuungskulisse auf den Südkreis Cuxhaven ausgedehnt. Dazu gehören die Naturschutzgebiete und alle Vogelschutz- und FFH-Gebiete (Flora, Fauna, Habitat) mit einer Gesamtfläche von ca. 15.000 ha. Mit den beiden Landkreisen wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, die die Inhalte und Form der Zusammenarbeit regelt.

Die Unterstützung der Naturschutzbehörde durch die Vor-Ort-Betreuung der Ökologischen Station umfasst folgendes Aufgabenspektrum:

  • Kartierung und Monitoring von wertbestimmenden und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und Lebensräumen sowie von Neophyten und Problemarten, u.a. als Grundlage für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, Bewirtschaftungssteuerung, Erfolgskontrollen etc.
  • Fachliche Einzelbeiträge zur Erstellung und Fortschreibung von Erhaltungs- und Entwicklungsplänen
  • Initiierung, Planung und Erfolgskontrolle sowie ggf. Durchführung oder Begleitung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, inkl. des Einwerbens von Drittmitteln
  • Beratung bei und ggf. Durchführung von Artenhilfsmaßnahmen
  • Ansprache und Qualifizierung von Bewirtschaftern bei der Umsetzung von Agrar- (oder Wald-) Umweltmaßnahmen
  • Gebiets- und aufgabenbezogene Öffentlichkeitsarbeit,
  • Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Erlebbarkeit von Natur und Landschaft
  • Beobachtung und Dokumentation erheblicher, auch schleichender Landschaftsveränderungen, Störungen und Beeinträchtigungen

Die Arbeit der Ökologischen Station wird durch eine Zuwendung des Landes zunächst bis 2021 gefördert.

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